Ankommen im Neuen

Werde Spielerin - Mach dir dein neues Level vertraut und zu Eigen

Was, wenn du bereits mitten drin bist, den richtigen Weg längst eingeschlagen und die richtigen Entscheidungen bereits getroffen hast?

Ich habe schon oft die Erfahrung gemacht, dass sich eine Lebensveränderung alles andere als großartig anfühlen kann, sondern ganz im Gegenteil wie der allerdämlichste Fehler ever. Die geschmacksverirrte FotoCollage ist beabsichtigtes Ausdrucksmittel. Muss ich vielleicht dazu sagen.

Mit eng zusammen gezogenem Herzen und verkrampften Bauch kommen erste Zweifel und sehr bittere Reue. Die neue Umgebung und der eigene Körper und die vertrauten Gewohnheiten und Verhaltensweisen passen nicht mehr so recht.

Die etwas demütigende Hoffnung keimt auf, doch noch irgendwie in das Alte zurück zu können.

Ein bisschen umdenken hier und da könnte nicht schaden, alles nur eine Frage der richtigen Einstellung, Reframing, doch noch einen Weg finden, Dankbarkeit und Wertschätzung praktizieren, so schlimm war es ja vielleicht doch nicht.

In diesem ersten Schritt darfst du unzensiert alle Ziele ausbreiten und sortieren, die als mögliche Priorität für die nächsten 12 Monate in Frage kommen.

Wenn du noch nicht weißt, was genau du möchtest und welche der vielen wundervollen Möglichkeiten wirklich eine Priorität und etwas für die Umsetzung sein könnte und wenn du als Kreative ein riesiges Chaos in deinem Kopf hast, teile das ganze noch in 3 Bereiche ein:

Wie sich Das Neue anfühlen kann

Seit anderthalb Jahren habe ich den Eindruck, dass das Neue noch nicht wirklich hinhaut und so, wie ursprünglich gedacht, nun doch (erstmal?) nicht funktioniert.

Vielleicht liegt es „nur“ an dem ganzen Corona-scheiß, wer weiß, aber auf jeden Fall keimt bei mir selbst und anderen immer mal wieder das schale Gefühl auf, es womöglich komplett verbockt zu haben.

Die Phasen der Produktivität und begeisterten Motivation wechseln sich ab mit Überforderung und der Überzeugung, schlicht und einfach eine Versagerin zu sein, leider in dieser Gesellschaft schon jetzt viel zu alt, und überhaupt, mein Leben ist vorbei, alles scheiße, Drama Modus oder depressives Aufgeben.

Oder wie gesagt, auch sehr beliebt, die Vorstellung des Zurück- Ruderns, als Ausweg doch wieder zurück ins vertraute Alte gehen wollen.

Zufriedenheit und Demut lernen wäre ja sowieso eine wichtige Lernaufgabe.

Eine starke Kraft im Innern

Bei mir ist es neben diesem umwölkten Denken nach einem Weilchen so :

immer hebt etwas lebendiges in mir mit freudig blitzenden Augen den Kopf, weil eine neue Idee, ein Geistesblitz aufgetaucht ist. Es wäre doch eigentlich einen Versuch wert, sagt es, diese oder jene kleine Anpassung oder Kurskorrektur vorzunehmen.

Oder da! Eine ganz neue Idee, passender in die Herausforderungen dieser Zeit und auch viel nachhaltiger.

Innere Stimme

Die Stimme der Vernunft schaltet sich ein. Umsetzen könnte ich es aber nur, wenn ich mich selbst, meine Denkweisen und Gewohnheiten erneut unter die Lupe nehme, mich anpasse, dafür sorge, dass ich mich noch besser abgrenzen und meinem Bedürfnis nach Stille und Zeit für mich gerecht werden kann. Schöpferischen kreativen Prozessen nachgehen, introvertiert sein und mich dennoch wieder lebendig fühlen kann.

Schicksal neu bestimmen

Es ist ein Muster, stelle ich fest.

Neben dem vertrauten Zyklischen gibt es da etwas Neues, was sich vorerst alles andere als gut oder würdevoll anfühlt.

Wunden lecken, sich besinnen und sammeln, sich motivieren, aufbrechen – und prompt gegen eine Mauer oder ein Hindernis knallen.

Scheitern.

Immer immer wieder scheitern und sich erneut und aus eigener Kraft wieder aufrappeln müssen.

sich mit dem Schicksal anfreunden

Ich neige wie viele andere auch dazu, dieses Versagen und Scheitern als kosmische Zeichen dafür zu interpretieren, dass es wohl doch nicht das Richtige ist. Jedenfalls nicht für mich Nicht der richtige Weg. ICH nicht die Richtige, nicht genug, bringe es nicht, das Universum zeigt eine deutliche Reaktion, ein klares NEIN. Basta, sieh es ein, Gib endlich auf.

Aber es schickt mir eben auch das Lebendige in mir, das mit blitzenden Augen den Kopf hebt. Das allmählich endlich mutiger und größer wird, eine klarer definierte Gestalt annimmt. Ich weiß schon, was nicht funktioniert hat und was ich beim nächsten Mal werde anders machen müssen.

Ich gewöhne mich langsam an dieses gegen Wände rennen und auf Unverständnis und Hindernisse treffen.

Womöglich gewöhnt sich allmählich die ganze Welt daran.

 

Ins Alte zurück gehen ist keine Option. Der Weg geht nur vorwärts. Das Scheitern, die Zweifel und Unsicherheiten gehören dazu.

Wir SIND längst im Neuen und damit auf einer neuen Stufe und in einer neuen Lebensphase angekommen.

Erst jetzt in diesen Tagen wird es mir so deutlich bewusst.

Das Neue fühlt sich weder überzeugend noch wunderbar an.

Ja, das eingezwiebelt unter der Erde auf den Frühling warten ist so wichtig.

Es ist tatsächlich wie in einem Computerspiel: 

Own Your Next Level

Ich kenne mich mit Computerspielen und anderen Spielen nicht aus, weil mich das damals eher befremdet und mir selten wirklich Freude gemacht hat, aber das Prinzip zum Beispiel von Mario Brothers ist mir bewusst : In jedem Level müssen per Trial & Error Kraft und Ressourcen eingesammelt, Gefahren bekämpft, Hindernisse überwunden, Schätze und neue Leben hinter Mauern oder in dunklen Höhlen gefunden und nutzbar gemacht werden.

Bei jedem weiteren Spiel wächst das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, es ist schon bekannt, wo welche Gefahren lauern und wo die Schätze und Leben eingesammelt werden müssen und wie das Ziel erreicht werden kann. Das höhere Level.

Und dort wird von vorn begonnen, neue Fähigkeiten oder eine gänzlich andere Art, sich zu bewegen, müssen ganz neu gelernt werden. Es gibt womöglich die vertrauten Belohnungen, Leben und Schätze nicht mehr. Alles fühlt sich unsicher und unvertraut an.

So wie in den letzten anderthalb Jahren so stark wie nie zuvor bei mir selbst und bei so vielen anderen. Das Spielen und Handeln, um zu lernen, gehören selbstverständlich mit dazu, die Beschäftigung des Spielens und damit Erkundens ist das Wichtigste, das Scheitern, das Verlieren von Leben und erneut beginnen müssen, gehört mit zum Spiel.

Vielleicht lernen besonders Jungs mehr über das Leben durch diese Computerspiele, als mir bisher bewusst gewesen ist. Lernen durch tatsächliches TUN und Erfahrung, durch „ernsthaftes Spielen und Erfahren“, nicht nur theoretisch, mit dem Wesen des Lebens an sich umzugehen. → Permanentes Scheitern und von vorn beginnen wird als notwendiger Prozess von Vornherein mit einkalkuliert.

Theoretisch „weiß das ja jeder“ – aber auf diese spielerische Weise betrachtet, lässt es sich ganz anders an „das neue Leben“ herangehen.

Neubesinnung nach der Krise

Bewusst gegen Wände rennen und wieder aufstehen.

Nicht länger persönlich nehmen und aussteigen, wenn es Mauern, Widerstände und fiese Bösewichte gibt.

Es ist ein Spiel, das wir gewinnen oder verlieren können.

Es geht niemals nur ums Gewinnen.

Es geht um das Spiel an sich.

Darum, sich an das Spielen und an das Spiel zu gewöhnen und eine immer bessere Spielerin zu werden.

Fotos in diesem Beitrag über Unsplash von Claudio Luiz Castro, Karthik Balakrishnan, Riho Kroll, Thilak Lees – herzlichen Dank!

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